Offenblatt: Kleine Bürgermeister – S. Böhm

„Ich will Bürgermeister werden, weil ich will, dass wenn ein Kind kein Geld hat, kann es Essen kostenlos nehmen.“ Die 8jährige Anna will in Albersbösch Bürgermeisterin der „Kleinen Stadt“ werden; der mitfühlende Blick ihres „Wahlprogramms“ geht zu Herzen.

Seit 7 Jahren „berate“ ich die Kandidat/innen, die mutig vor über 200 Kinder ihre Bewerbung erklären. Sehr ernsthaft gestalten sie die Plakate mit ihren Anliegen, ihren persönlichen Angaben (Katja: „Schwimmen, tauchen, Geige spielen, whatsapp, mit Freunden chillen“) und mit ihren Fotos – wobei Chantal es „blöd“ findet, „wenn jemand nur gewählt wird, weil er auf dem Foto toll aussieht!“

Soziale „Reformen“ sind allen Kandidat/innen wichtig: Pascal will „die Preise der Getränke und Speisen senken“. Katja will „niedrigere Steuern“ (Anm.: derzeit Bruttolohn 70C, netto 60C /Std). Michael fordert „mehr Jobs“ und betont, als Amtsinhaber könne er mit „ein bisschen Erfahrung den Bürgermeisterjob gut machen.“ Darja (8) macht den Erwachsenen, die alljährlich die „Kleine Stadt“ organisieren, ein schönes Kompliment: „Ich mag die kleine Stadt. Ich will Bürgermeisterin werden, dass die kleine Stadt länger lebt.“

PS. Gewählt wurde Michael: Gratulation! Aber gewünscht hätt‘ ich’s irgendwie allen…

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