Offenblatt: Strategisches

Wegen „unterschiedlicher  strategischer Vorstellungen über die Fortentwicklung der kulturellen Arbeit“trennt sich die Stadtverwaltung vom Kulturchef. Und mancher reibt sich verwundert die Augen: solch ein Wort, ursprünglich aus der Kriegsführung,  mitten in der Kultur? Keine Dissonanzen im Umgang, keine Auseinandersetzung über Projekte, kein Ringen um Inhalte oder Darstellungen – wie in der Kultur durchaus üblich. Nein, um Strategie soll es gehen.

Sicher ist: diese Trennung ist nicht Bürgerinnenwille. Und sie kommt völlig überraschend. Da nützt es auch nichts, wenn die Verwaltungsspitze kurz vor knapp versucht den Gemeinderat über den entsprechenden Ausschuss mit ins Boot zu holen.

Sicher ist: durch die spontane Trennung bleibt der Posten des Kulturchefs eine Weile unbesetzt. Offensichtlich scheint das kein größeres Problem, denn sonst hätte man ja die Stelle rechtzeitig ausgeschrieben und die Nachfolge geregelt.

Sicher ist auch: Solche Vorgänge machen einen Arbeitgeber nicht gerade attraktiv.

So manche Führungsstelle ist in der Stadtverwaltung zur Zeit nicht besetzt – aus verschiedenen Gründen.Lässt sich auf die Führungsebene so leicht verzichten? Da kommt die Frage auf:könnte nicht die eine oder andere Stelle auch mal eine Weile unbesetzt bleiben? Vielleicht die des Kulturbürgermeisters nächstes Jahr?

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